Welthandel bedroht

Der Welthandel wird seit Beginn der Krise immer wieder bedroht. Nun hat sich wieder ein neuer Vorfall ereignet, der die weltwirtschaftliche Situation schwächt.



Das Jahr 2021 ist geprägt von vielen Naturspektakeln, wie beispielsweise:

Waldbrände in Russland

Vulkanausbruch im Kongo

Erdbeben in Japan

Überschwemmungen in Australien

Mega Dürre in den USA

Tornado in Tschechien

usw.


Zusätzlich kommen wohl zufällige Ereignisse wie der Schiffsbrand in Sri Lanka oder die tagelange Blockade des Suezkanals durch das Containerschiff Ever Given.

Die Auswirkungen einer solchen Blockade sind global und bis heute noch spürbar.


Dass es noch schlimmer kommen kann, wagten viele zu bezweifeln - doch wie habe ich euch bereits am Anfang der Krise gesagt - bisher geschahen in Krisen immer viele weitere Ereignisse, die nicht in direkter Verbindung stehen, aber die Krise noch problematischer machen. Und das hört auch in unserer jetzigen Situation nicht auf.


Durch die Maßnahmen der Regierungen standen große Ansammlungen von Containerschiffen an den Häfen, die nicht oder zu langsam abgearbeitet werden konnten und bis heute noch Auswirkungen mit sich ziehen.


Ganz aktuell kommen weitere Tatsachen hinzu:

Ein (wie sie es offiziell nennen) Virus-Ausbruch Anfang Juni ereignete sich in der südchinesischen Provinz Guangdong, einem der bedeutendsten Produktions- und Exportstandorte des Landes.

Dieser veranlasste Chinas Regierung, zu harten Maßnahmen, die den Schiffsverkehr unerwartet trafen. „Die Chinesen haben ohne Vorwarnung, von einer Stunde auf die andere, den Hafen Yantian dichtgemacht“, so Willem van der Schalk, Vorsitzender des Komitees Deutscher Seehafenspediteure im DSLV Bundesverband Spedition und Logistik.



Der Hafen Yantian der Millionenmetropole Shenzhen an der Grenze zu Hongkong gilt als der viertgrößte Containerhafen der Welt, hier wurden im vergangenen Jahr über 27 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Zum Vergleich: In Hamburg waren es knapp neun Millionen Container.


Infolge der Corona-Maßnahmen stauen sich die Containerschiffe vor Yantian. Zeitweise sollen über 80 Schiffe darauf gewartet habe, be- oder entladen zu werden. Die Anzahl der im Hafen festsitzenden Container soll sogar höher als während der sechstägigen Sperrung des Suezkanals Ende April gewesen sein. Jetzt spitzt sich die Lage zu. Bei der weltweit führenden Containerlinie Maersk steigt die ohnehin bestehende Lieferverzögerung durch den Containerstau jetzt von 14 auf 16 Tage.


Inzwischen soll sich die Lage in Guangdong zwar wieder normalisieren, doch der Rückstau dürfte noch wochenlang Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten haben. Van der Schalk erwartet sogar noch länger andauernde Probleme: „Wir gehen davon aus, dass die Lieferketten noch bis Ende des Jahres so angespannt bleiben. Das Prinzip Just-In-Time hat ausgedient.“

Das merken auch die Verbraucher in Deutschland. Denn die Container-Frachtpreise steigen stark an. Letztendlich werden die Verbraucher diese gestiegenen Kosten über höhere Preise zahlen. Oder sie müssen auf Produkte warten, vor allem auf Elektroartikel. Denn rund 90 Prozent aller Elektronikexporte aus China laufen über Shenzhen und damit den Hafen Yantian.


Die sich zuspitzenden Lieferengpässe gefährden aber auch den Aufschwung der deutschen Wirtschaft. „Es muss unbedingt vermieden werden, durch künstliche Engpässe der Transportkapazitäten in den maritimen Lieferketten den Hochlauf der Industrie ins Stottern zu bringen“, heißt es in einem Brief der deutschen Industrie an die Bundesregierung.


Doch der Virus-Ausbruch in Guangdong ist nicht allein für die Probleme in Deutschland und Europa verantwortlich. Denn befeuert werden die Engpässe auch durch die hohen Exportzahlen Chinas und den stark steigenden Konsum in den USA. Die Transportmöglichkeiten, die für die US-Importe aus Fernost benötigt werden, fehlen auf den Strecken zwischen China und Europa.



Auch ein hausgemachtes Problem der Reedereien spielt mit hinein. Die länger werdenden Umladezeiten in den Häfen selbst bremsen den Verkehr. Grund ist, dass die Schiffe immer größer werden. Mittlerweile sind Frachter mit knapp 24.000 Containerstellplätzen unterwegs, die innerhalb kürzester Zeit riesige Umschlagsmengen in den Häfen verursachen. Bis diese abgearbeitet sind, wird einige Zeit vergehen.


Das alles wirkt sich auf die Preise der Konsumenten aus, d.h. das Inflationsgeschehen geht weiter - und wie hat das alles begonnen?

Einer würde sagen - durch einen kleinen Virus,

ein anderer würde sagen - durch die Maßnahmen der Regierung.


Was am Ende dazu geführt hat, ist das Untätigwerden der Mehrheit der Menschen.

Was jedoch feststeht ist, dass sich die Lage immer weiter zuspitzt und wir immer mehr die Folgen davon spüren und spüren werden.



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