Wegzugbesteuerung

Der Bundesrat hat am 25. Juni 2021 die neue Wegzugssteuer beschlossen, das bedeutet ab 1. Januar 2022 greift die neue Wegzugsbesteuerung, indem die Europäische Anti-Steuerungsminderungsrichtlinie umgesetzt wurde.

Der §6AStG (Außensteuergesetz), das Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen, wurde verschärft. Unternehmer, die Deutschland verlassen möchten, werden es zukünftig nicht sehr einfach haben.



Aber weshalb werden derartige Verschärfungen beschlossen?

Die SPD, Grünen und Linken haben bereits früh massive Steuererhöhungen angekündigt. Sie fordern unter anderem die Erhöhung der Einkommenssteuer,

eine einmalige Vermögensabgabe und

die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.


Bevor am Ende viele Unternehmer die Flucht ins Ausland suchen - mussten auch hierzu Vorkehrungen getroffen werden.


Betroffen von der Wegzugsbesteuerung ist – nach bestehender Regelungslage – jeder, der innerhalb der letzten 5 Jahre mittel- oder unmittelbar zu mindestens 1 Prozent an einer in- oder ausländischen Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH, AG) beteiligt war und seit mindestens 10 Jahren in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist.

Unternehmer, die wegziehen, werden so behandelt, als hätten sie ihre Anteile an der Kapitalgesellschaft verkauft.



Der Staat besteuert also einen angenommenen Gewinn auf den Verkauf von Geschäftsanteilen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Unternehmer bzw. Anteilseigner überhaupt einen Verkauf beabsichtigt. Dazu ermittelt das Finanzamt die Differenz aus Buchwert und Verkehrswert der Firma und veranlagt diese als Einkommen.


Das bedeutet, wenn ein Unternehmer Deutschland verlassen will, wird sein Unternehmen geschätzt und der ermittelte Wert soll versteuert werden, obwohl das Unternehmen noch genauso besteht und nicht verkauft wurde.

Wenn du beispielsweise einen Firmenwert von 1 Mio Euro hast und der Fiskus nun die Hand aufhält, dann kann es für viele Unternehmer sehr schwierig werden.

Wenn das Unternehmen keine Rücklagen hat oder momentan kaum Gewinne aufweisen kann, dann wird es noch komplizierter.


Nun stellt sich die Frage, warum man die Umstände in einem Land so gestalten muss, dass die Menschen wegziehen wollen und anstatt diese Umstände zu optimieren, sorgt man eher dafür, dass das Wegziehen verkompliziert wird und die Menschen zwangsmäßig im Land bleiben müssen.


Das erinnert mich an ein Coaching Erlebnis:

Bei der Durchsicht der Investitionen eines Kunden hat sich gezeigt, dass derjenige viel Geld in Fonds anlegt. Hierbei hat er angemerkt, dass ein Fonds bereits die Beiträge erhöht hat mit der Begründung, dass sich momentan das Umfeld zum Erzielen von Rendite erschwert hat.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und genauso war es beim Kunden. Denn sollte es nicht so sein, dass diejenigen Geld für ihn machen sollten?

Und nur weil sie nicht in der Lage sind Rendite zu erwirtschaften, muss er mehr zahlen?



Genauso absurd ist die Tatsache der Wegzugsbesteuerung.

Ein Land sollte sich darum bemühen, dass Unternehmen und Menschen ein passendes Umfeld haben und sich gerne vergrößern, kreativ entfalten und v.a. gerne in dem Land leben. Und nicht mit Sanktionen dafür sorgen, dass diejenigen gezwungenermaßen im Land bleiben.