USA: Bauern müssen weggehen

2021 könnte nach Aussagen von US-Klimaforschern im Westen der USA das trockenste Jahr des vergangenen Jahrhunderts werden. Mit einer Dürre kämpfen die Farmer schon seit Langem. Vielen bleibt nur, sich dem trockenen Klima anzupassen oder wegzugehen.



In den letzten 20 Jahren hat die Fläche des Westens, die von außergewöhnlicher Dürre betroffen ist, bis jetzt noch nie 11 Prozent überschritten. Heute liegt diese Zahl bei 27 Prozent . Der Begriff „Mega-Dürre“ wird heutzutage viel herumgeworfen, um zu beschreiben, was passiert, aber dies ist nicht nur eine Dürre. Dies ist ein echter nationaler Notfall, da er nun beginnt die Nahrungsmittelversorgung zu beeinträchtigen.


Der Wasserstand des Rio Grande in New Mexico ist auf einem Rekordtief. Die Behörden von Albuquerque verbieten Einwohnern, mehr als zweimal pro Woche ihre Gärten zu gießen. Es herrscht Wassernotstand. Wie im gesamten Westen der USA von Arizona, Utah, Colorado über Kalifornien bis hoch nach Montana.


Klimawissenschaftler Jason Smerdon von der Columbia Universität spricht von einer "Mega-Dürre" und erklärt: "Wir definieren Mega-Dürren als Trockenperioden, die länger als zwei Jahrzehnte dauern. Im Vergleich zu vorangegangen Dürren ist dies die zweitschlimmste Trockenperiode in den letzten 1000 Jahren."


Das US-Landwirtschaftsministerium stuft in seinem letzten Dürrebericht mit Stand Mitte Mai rund 38 Prozent des Südwestens der USA als „extrem trocken“ und weitere 41 Prozent als „außergewöhnlich trocken“ ein. Das sind die beiden höchsten Dürrekategorien des regelmäßigen Monitorings. Vor einem Jahr um diese Zeit waren nur 1,7 Prozent des Südwestens so trocken.



Man erwartet Einbußen bei Ackerkulturen, Futterpflanzen und Dauerkulturen. Dort, wo überhaupt noch eine Bewässerung möglich ist, werden die Farmer sich wohl darauf beschränken müssen, wertvolle Zitrus- und Nussbaumbestände vor dem Vertrocknen zu retten.


Viele Bauern müssen sich umorientieren. Im Westen betrifft das besonders die Viehzüchter, da Rinderzucht sehr wasserintensiv ist. Vielen beschert das Existenzsorgen.


Die Viehzüchtern versteigern ihr Vieh zu tausenden.

Am Sonntag und Montag wurden mehr als 4.200 Rinder bei Rugby Livestock and Auction verkauft. Üblicherweise werden hier 400 bis 600 Rinder versteigert. Das ist eine Verachtfachung!


Natürlich wollen Viehzüchter in North Dakota ihr Vieh nicht loswerden, aber die Dürre hat die Preise für Heu und Mais so hoch getrieben, dass viele von ihnen einfach keine andere Wahl haben.

Während die Dürre anhält, sind die Preise für Heu und Mais stark gestiegen. Für Viehzüchter ist es teurer, zu versuchen, Futter zu ergänzen, als das Vieh zu verkaufen.


Da die Rinderherden in der gesamten westlichen Hälfte des Landes schrumpfen, wird dies die Rindfleischpreise deutlich in die Höhe treiben, als sie es derzeit sind.



Gleichzeitig drückt die Dürre den Wasserspiegel im Lake Mead weiter in die Gefahrenzone. Laut CBS News wird Lake Mead bald den „niedrigsten jemals gemessenen Wert“ erreichen.

Seit dem Jahr 2000 ist der Wasserstand im Lake Mead um satte 9 Meter gesunken und liegt derzeit bei nur 37 Prozent der Kapazität.

Die Wasserkraftleistung des Staudamms wurde bereits um rund 25 Prozent reduziert, und sobald der Wasserstand niedrig genug ist, wird die Stromproduktion vollständig eingestellt.

Es wird erwartet, dass die Bundesregierung im Laufe dieses Sommers zum ersten Mal überhaupt eine Wasserknappheit am unteren Colorado River ausruft. Das wird ab 2022 automatische Kürzungen der Wasserversorgung für Nevada und Arizona erzwingen. Hausbesitzer haben eine höhere Priorität und werden den Schmerz zunächst nicht so stark spüren wie Landwirte.

Sofern sich nicht etwas ändert, könnten den Bauern in der Region im Jahr 2023 möglicherweise das gesamte Wasser abgestellt haben.


Es gibt bereits viele Farmer in Kalifornien, denen bereits mitgeteilt wurde, dass ihnen hier 2021 überhaupt kein Wasser zugeteilt wird. Es wird prognostiziert, dass die Farmer im Bundesstaat in diesem Jahr auf 500.000 Acres nichts anbauen werden.

Zur besseren Einschätzung der Lage muss man wissen, dass in Kalifornien mehr als ein Drittel des Gemüses und zwei Drittel der Früchte und Nüsse angebaut werden.


Und auch Südamerika wird den fehlenden Bedarf nicht ausgleichen können, denn auch sie erleben eine starke Dürrezeit.

Brasilien erlebt derzeit die „schlimmste Dürre seit fast einem Jahrhundert“ , und Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie nicht so schnell enden wird.


Tatsächlich sprechen zahlreiche freie Klimaforscher nicht nur von Jahreszeiten, die die Erde durchlebt, sondern auch über mehrere Jahrtausende verteilte Kälte- und Wärmephasen. Wir könnten uns momentan in einer solchen Wärmephase befinden.

Die Politik spricht dagegen über eine Klimaerwärmung aufgrund eines zu hohen CO2 Ausstoßen.



Was wir definitiv sicher wissen ist, dass aus der momentanen Situation erhöhte Preise hervorgehen werden.

Aber welche zusätzlichen Maßnahmen unterdessen für uns folgen werden, werden wir in Zukunft bald erleben.



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