Todesstoß für Hotels

Könnte das das Ende für zahlreiche Hotels, Gaststätten und Herbergen sein?


Das neue Infektionsschutzgesetz (auch Bundes-Notbremse bezeichnet), das ab dem 24.04.2021 gilt, sorgte für viel Wirbel.

Zusammengefasst heißt es hier, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz (also die Zahl der Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner) an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 überschreitet, sollen dort ab dem übernächsten Tag schärfere Maßnahmen gelten.



Bei der Tourismusbranche, die zu den größten Verlierern der Krise zählt, bedeutet das, dass zu den schärferen Maßnahmen eine Schließung der Betriebe wie Hotels zählt.

Für absolutes Unverständnis sorgt nun eine neue Einreise-Regel, die jetzt in Kraft getreten ist. Die AllgäuTopHotels sprechen von einem "absoluten Tiefpunkt" und dem "Todesstoß" für bayerische Urlaubsgebiete, die wegen der Bundesnotbremse nicht öffnen dürfen.

"Schlimmer geht es nicht mehr", sagt Dr. Anna-Maria Fäßler, Chefin der Sonnenalp und Beiratsvorsitzende der AllgäuTopHotels - und das nach fast sieben Monaten nervenaufreibendem und wirtschaftlich zerstörendem Endlos-Lockdown.


Laut der neuen Einreiseverordnung der Bundesregierung müssen Geimpfte, Genesene und negativ Getestete ab dem 13. Mai nicht mehr in Quarantäne, wenn sie aus einem einfachen Risikogebiet zurückkehren. Das gilt auch für Urlaubsreisen. Zu "einfachen Risikogebieten" zählen Regionen mit einem Inzidenzwert zwischen 50 und 200. In einem Allgäuer Hotel darf man dagegen nur Urlaub machen, wenn dort die Inzidenz unter 100 liegt - und auch dann nur mit negativem Test.


"Jetzt können die deutschen Urlauber – unsere Gäste - ab heute in fast ganz Europa Urlaub machen, nur bei uns nicht. Das halten wir moralisch, physisch und psychisch nicht mehr länger aus", so Fäßler. "Wir Familienbetriebe können jetzt nicht mehr! Jetzt muss die Politik in Berlin sofort handeln und die Bundesnotbremse für touristische Reisen im Inland aussetzen." Die Hotels fordern gleiche Wettbewerbsrechte von der Politik: Geimpfte, genesene und getestete Menschen müssen auch im Inland reisen dürfen, wie überall in Europa – inzidenzunabhängig.


Die Existenz vieler Betriebe ist heute schon sehr gefährdet. "Die echten Verluste – nicht der Umsatzverlust - für einen mittelgroßen Hotelbetrieb mit 8 bis 10 Mio. Investitionsvolumen belaufen sich in diesem zweiten Lockdown auf 600.000 bis 700.000 € - trotz der unterschiedlichen Hilfsprogramme", so Wiedenmann. Für die großen Betriebe belaufe sich die Summe auf ein Vielfaches. Hinzu komme, dass viele Mitarbeiter*innen bereits den sicheren Arbeitsplätzen in Österreich und der Schweiz gefolgt sind. "Jetzt werden sie dort ihre Gäste wiedersehen."



Im Mai 2020 hieß es, dass 60% aller Tourismus-Unternehmen kurz vor einer Insolvenz stehen.

Im Juni 2020 sahen sich 85% der befragten Reisebüros und Reiseveranstalter in ihrer Existenz bedroht.

Laut dem Presse Portal gab es 2019 83 Insolvenzfälle von Reisebüros - 2020 waren es bereits 150 Fälle trotz Aussetzung der Insolvenzantragspflicht seitens der Regierung.


Im März 2021 sind laut Umfragen des Hotel- und Gaststättenverbandes in Bayern drei Viertel der Betriebe in ihrer Existenz gefährdet, knapp ein Viertel stehe kurz vor dem Aus.


Jedoch darf man nicht vergessen, dass viele kleine Unternehmen leise verschwinden, indem das Geschäft einfach aufgegeben wird – ohne Insolvenz. Damit würden sich diese Betriebe auch nicht in der Insolvenzstatistik wiederfinden.


Nach und nach ereilen uns die Folgen der Maßnahmen der Regierung - zahlreiche Existenzen werden ruiniert, zahlreiche langjährig aufgebauten Unternehmen müssen schließen und viele Menschen werden arbeitslos.



Aber wie heißt es als Begründung so schön - "Dann haben sie wohl nicht gut genug gewirtschaftet - denn die Regierung würde es ansonsten nicht zulassen."

Aber wie soll ein Unternehmen wirtschaften, wenn es nach den neuen Entscheidungen geschlossen bleiben muss?


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