Nordstream 2 und die wahren Hintergründe

Immer wieder hört man vom russischen Projekt der Nordstream 2, das Deutschland und Russland verbinden soll. Aber weshalb wird es ständig sabotiert und welche Gründe stecken wirklich dahinter?



Im Sektor der privaten Haushalte ist Erdgas mit einem derzeitigen Anteil von ca. 44 Prozent wichtigster Energieträger am Wärmemarkt. Zu über 90 Prozent wird das Erdgas in diesem Bereich zur Wärmeversorgung eingesetzt.


Derzeit können aus heimischer Erdgasproduktion knapp 6 Prozent des Gasverbrauchs abgedeckt werden, die inländische Produktion ist aber leicht rückläufig.

Deutschland wird daher auch zukünftig in hohem Maße von Erdgasimporten abhängig sein. Derzeit werden knapp 94 Prozent des Gesamtbedarfs ausschließlich über Pipelines aus verschiedenen Lieferländern bezogen.

Darunter Norwegen und Niederlande.

Die Versorgung von Deutschland und Europa soll sich jedoch in Zukunft etwas ändern.


Die Nord Stream ist ein System von Unterwasser-Gasleitungen, die von Russland nach Deutschland verlaufen.

Die ersten beiden Stränge der Pipeline (Nord Stream 1) wurden im November 2011 eingeweiht und verlaufen von Wyborg nach Lubmin bei Greifswald. Zwei weitere Röhren sind unter der Bezeichnung Nord Stream 2 in Bau.

Die Rohrleitung ist rund 1200 Kilometer lang und soll quer durch die Ostsee verlaufen.


Das russische Projekt der Nordstream 2 soll an der deutschen Ostseeküste landen, was die logistische Verbindung zum europäische Erdgas-Pipeline Netz darstellt.



Der Eigentümer der neuen Pipeline ist der russische Staatskonzern Gazprom. Als Finanzinvestoren waren zu Beginn aber auch fünf europäische Energiekonzerne am Projekt beteiligt: der französische Konzern Engie, OMV aus Österreich, der britisch-niederländische Konzern Shell sowie Wintershall und Uniper aus Deutschland. Diese fünf Konzerne finanzieren bis zu 50 Prozent des ursprünglich bezifferten Investitionsvolumen, das bei acht Milliarden Euro liegt.


Jedoch hat der Druck der USA zahlreiche europäische Unternehmen dazu veranlasst ihre Teilnahme zu beenden.


US-Außenminister Antony Blinken bekräftigte den US-Widerstand gegen Nord Stream 2 zuletzt. „Wir sind dagegen, und werden das auch weiterhin sein“, sagte Blinken bei einer Anhörung im Auswärtigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.


Ihre Begründung und die Argumente der westlichen Medien seien Verstoße gegen EU-Sicherheitsrichtlinien.

Ende 2019 waren die Bauarbeiten an der Pipeline kurz vor der Fertigstellung gestoppt worden, nachdem die USA ein erstes Sanktionsgesetz (Peesa) gegen die Spezialschiffe in Kraft gesetzt hatten, die die Rohre verlegten.


Russland erhöht das Tempo der Verlegearbeiten. Derzeit ist mit der „Fortuna“ aber lediglich ein Schiff aktiv, um den Bau der Gaspipeline zu vollenden. Die Pipeline umfasst zwei Stränge von jeweils gut 1200 Kilometer Länge. Derzeit fehlen insgesamt knapp 150 Kilometer bis zur Fertigstellung. Nord Stream 2 ist also zu 87,5 Prozent fertig und steht im Grunde kurz vor der Fertigstellung.



Aber was könnte der wahre Grund an der Behinderung der Arbeiten bei der Nordstream 2 sein?


In den USA belegte Amos Hochstein den neuen Posten des "Sonderbeauftragten für Nord Stream 2". Seine Aufgabe bestehe wohl darin den Bau zu verhindern.

Trotz alledem, dass zwei wohl eigenständige Staaten (Deutschland und Russland) dem Projekt zwischen einander zugestimmt haben - mischt sich die USA vehement ein.


Was geschieht bei der Fertigstellung des Projekt, wovon die USA so stark fürchtet?

Die USA hat ihre weltweite Macht aufgrund des Dollars als Weltleitwährung. Das bedeutet, dass jegliche weltweite Geschäfte in Dollar stattfinden, wodurch sie ihre Währung nach Belieben drucken können. Eine stärkere Inflation würde sich dadurch ebenfalls auf alle anderen Nationen auswirken.


Die USA warnt vor einer Abhängigkeit von Russland. Das Problem besteht jedoch vielmehr dadurch, dass nach der Vollendung der Pipeline das Gas in jeglicher anderen Währung als dem Dollar bezahlt werden kann. Dadurch wird die USA ausgeschlossen und hat keinen Einfluss in diesem Gebiet.

Die Dollars, die in Europa in ausländischen Reserven gehalten werden, werden nicht mehr nötig sein, um das Gas zu kaufen, das durch diese Pipeline fließt. Diese überschüssigen Dollars müssen daher nicht mehr gehalten werden und werden ihren Weg zurück in die Vereinigten Staaten finden, was zu einem erhöhten Inflationsdruck in den USA führt.


Wir sehen in der Vergangenheit zahlreiche Versuche von Ländern sich gegen den Dollar als Leitwährung zu wehren. Dabei stehen Russland und China ganz vorne mit dabei.

Sie suchen Fluchtwege aus dem Dollar und finden sie in zahlreichen Projekten.

China beispielsweise mit der Seidenstraße und Russland mit der Nordstream 2.



Auf der anderen Seite sehen wir die Propaganda der Russen, die sich als Zufluchtsstätte für entnervte Länder zeigen. Sie wollen die Dominanz der Amerikaner stoppen und sehen solche Projekte als Chance.


Die Frage ist nur - Wird hier eine Welt ohne Weltmacht angestrebt oder soll die alte Weltmacht durch eine Neue abgelöst werden?


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