Negativzinsen treffen auf kleine Sparer

2019 teilte ich euch mit, dass die Negativzinsen bald uns alle treffen werden.

Wie zahlreiche Prognosen, die nur als "Theorie" hingestellt werden, trifft auch diese Entwicklung kräftig zu.



Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Jahr 2014 die ersten Negativzinsen eingeführt.


Was bedeutet das für die Geschäftsbanken?

Jede Geschäftsbank hat ein Zentralbankkonto, auf dem ein Teil ihres Guthabens liegt bzw. liegen muss, um beispielsweise Kredite vergeben zu können.


Nach verschiedenen Einschätzungen hätten die europäischen Banken im Jahr 2020 mehr als zehn Milliarden Euro an negativen Zinsen der EZB zahlen müssen und zuvor sieben Milliarden Euro im Jahr 2019. Das seien 870 Millionen Euro im Monat.


Diese Negativzinsen werden seit diesem Zeitpunkt mehr und mehr an die Kunden der Geschäftsbanken weitergegeben, indem die Kunden so genannte Strafzinsen, Verwahrentgelt oder anderweitig bezeichnete Forderungen an die Geschäftsbanken zahlen müssen. Betroffene Kunden bekommen also nicht einmal mehr einen geringen Anteil an Zinsen auf ihr Erspartes ausgezahlt, sondern müssen dafür zahlen, dass sie Geld bei der Bank parken. Anfangs betraf das fast ausschließlich Geschäftskunden oder Privatkunden mit hohen Anlagebeträgen - inzwischen werden mehr und mehr Gebühren verlangt oder kostenpflichtige Konten angeboten.


Banken verschärfen nach Angaben des Vergleichsportals Verivox zunehmend ihre Negativzinskonditionen für Privatkunden. Zugleich steigt die Zahl der Banken und Sparkassen, die das sogenannte Verwahrentgelt erheben. Ende des dritten Quartals zählte Verivox 392 Institute. Seit Jahresbeginn kamen demnach 214 Geldhäuser hinzu. Das Verbraucherportal Biallo.de kam zuletzt sogar auf rund 490 Institute, die Negativzinsen auf private Guthaben verlangen. Jedoch nicht alle Banken veröffentlichen die Erhebung von Negativzinsen frei zugänglich auf ihrer Website.



Die meisten Sparkassen und Banken orientieren sich bei der Höhe des Verwahrentgeltes an dem Zins von 0,5 Prozent, den sie auf einen Teil ihrer überschüssigen Einlagen zahlen müssen, die sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. 13 Institute belasten Guthaben ihrer Privatkunden allerdings mit 0,55 bis 1 Prozent Strafzinsen.


Die Negativzinsen treffen vor allem Neukunden. Will eine Bank von Bestandskunden ein Verwahrentgelt verlangen, muss sie das mit den Betroffenen individuell vereinbaren.


Ich bekommen von mehr und mehr Menschen zu hören, dass sie Banken wechseln müssen, da sie kein Entgelt auf ihr der Bank zur Verfügung gestelltes Geld zahlen möchten.

Da es vermehrt Neukunden trifft, kann es irgendwann sein, dass man kein alternatives Bankkonto ohne die Erhebung von Negativzinsen findet.


Die Alternative bleibt jedoch immer Anlegen und Bargeld.

Beim Bargeld werden jedoch auch immer mehr Einschränkungen erhoben.

Wenn es jedoch irgendwann nur noch ein Bankkonto bei der Zentralbank (ohne Bargeld) geben wird, wird es schwer nach Alternativen zu suchen.


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