Musk schießt gegen Bitcoin

Tesla-Chef Elon Musk twittert und der Bitcoin rauscht stark in die Tiefe.

Hier gibt es jedoch einen starken Verdacht, was Elon Musk wirklich für Ziele verfolgt.



Er wird bei seiner Fangemeinde vergöttert - auf Twitter erreicht Musk allein 55 Millionen Follower, fast zehn Millionen Menschen mehr als Spanien Einwohner hat.

Er gilt bei ihnen als nahbar und wird als Visionär bezeichnet.

Er stellt sich selbst als innovativer Denker, als jemand, der die Umwelt schützt und zukunftsfähige Technologien unterstützt.


Bisher hat er mehrmals Kurse von Aktien und Kryptowährungen durch seine Äußerungen (beispielsweise auf Twitter) bewegt. Allein ein kleiner Hinweis reicht seiner Community aus, um bestimmte Kurse in die Höhe zu schießen.


Eine der Kryptowährungen, die Musk besonders unterstützte, war bis zuletzt der Bitcoin. Die größte Kryptowährung der Welt fand anfangs großen Anklang beim Tesla-Chef – er setzte sogar den Hashtag #bitcoin in sein Twitter-Profil und ließ den Kurs so im Januar um 20 Prozent steigen.


Kurz darauf demonstrierte er die Macht seines Geldes: 1,5 Milliarden Dollar investierte Musk über Tesla in Bitcoin und gab an, die Kryptowährung als Zahlungsmittel für seine E-Autos zu akzeptieren. Zunächst nur in den USA, was aber in Zukunft weltweit ausgeweitet werden sollte.



Als schöner Nebeneffekt wurde die Bilanz von Tesla durch die Bitcoin-Investition aufgehübscht.

Kritiker machten damals deutlich, dass der ursprüngliche Autobauer vor allem wegen der Kryptowährung und seiner Umwelt-Zertifikate schwarze Zahlen schrieb.


Doch kürzlich hat sich sein Interesse komplett gewandelt.

Am 13. Mai twitterte Musk überraschend, dass Tesla nach nur drei Monaten Bitcoin doch nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert.



Die Kryptowährung sei nicht nachhaltig genug, weil sie zu viel Strom verbrauche. Der Bitcoin verlor daraufhin binnen weniger Tage 20 Prozent an Wert.


Tatsächlich machte Musk in einem Tweet sogar deutlich, dass Tesla seine Bitcoins nicht verkaufen werde. Dafür nennen ihn Experten aus der Szene nun einen Heuchler, der seinen eigenen Prinzipien nicht folgt.


Gleichzeitig schreibt er, dass sie nach einer anderen Kryptowährung Ausschau halten, die umweltfreundlicher als Bitcoin ist.


Ein Tag nachdem Musk gegen den Bitcoin schoss schrieb er nun etwas über den Dogecoin:


Musk hatte bereits angedeutet, mithelfen zu wollen, im Dogecoin-System Verbesserungen herbeizuführen. Bei diesem Post deutet er an, dass die Dogecoin Entwicklung vielversprechend sein könnte.


Alex Mashinsky, CEO von Celsius Network, sagte jüngst in einer Youtube-Sendung, dass er „innerhalb von zwei Jahren“ davon ausgeht, dass der Dogecoin von Proof of Work zu Proof of Stake wechselt. Damit könne aus dem Spaßcoin eine sinnvolle Anwendung werden.



Das Timing von Musks Tweet lässt eher eine andere Vermutung aufkommen. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters bewirbt sich Tesla als eines von acht Unternehmen um Zugang zum "renewable credit market", zum Markt mit Erneuerbare-Energie-Zertifikaten, der in den USA milliardenschwer ist. Sollte Tesla hier den Zuschlag erhalten, müssten andere Unternehmen, etwa aus der Ölindustrie, die Zertifikate von Tesla abkaufen, um ihre Umweltbilanz zu verbessern.


Was das eine mit dem anderen zu tun hat und welche Ablenkungsversuche für was dienen ist hier die Frage.


Mit all jenem Verhalten sorgt Musk dafür, dass die Kryptowährungen verrückt spielen.

Wer immer noch denkt, dass Kryptowährungen ein sicherer Hafen ist oder die Rettung aller, der sollte das alles mit berücksichtigen.

Solange eine alternative Zahlungsweise auf dem Geldsystem aufbaut, kann sie derjenige steuern, der viel Geld und Einfluss hat.

Ob es eine Investition oder Spekulation bei einer Volatilität von bis zu 60% in kürzester Zeit ist, muss jeder selbst beurteilen.

Investiert in das, was ihr wollt und worin ihr euch sicher fühlt - jedoch ist es meines Erachtens schön auch andere Sichtweisen mit einzubeziehen - manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.


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