Menschen gehen gegen Blackrock vor?

Hunderte Mitarbeiter aus dem Kohlebereich aus den Bundesstaaten Alabama und West Virginia in den USA streiken, um gegen eine unakzeptable - sie nennen es "toxische" Arbeitskultur und eine zu geringe Bezahlung durch deren Arbeitgeber Warrior Met Coal zu demonstrieren.



Sie tragen T-Shirts von den United Mine Workers of America mit dem Logo "We are One".

Die United Mine Workers of America ist eine nordamerikanische Gewerkschaft, die vor allem für die Vertretung von Bergarbeitern bekannt ist. Heute vertritt die Union auch Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lkw-Fahrer, Fertigungsarbeiter und öffentliche Angestellte in den USA und Kanada.


Sie streiken jedoch nicht vor den Toren ihres Arbeitgebers Warrior Met Coal, sondern vor der New Yorker Blackrock Zentrale!

BlackRock erweist sich als einer der größten Anteilseigner von Warrior Met Coal.


Es dauerte nicht lange, bis sich zu den Streikenden aus dem Kohlesektor plötzlich auch andere Gewerkschaftsprotestler aus dem Transport- und Müllentsorgungsbereich hinzugesellten.

Aber auch in Kanada werden Großstreiks von Arbeitnehmers im Grenzschutz- und Zollkontrollsektor angekündigt, die die weltweiten Lieferketten in Gefahr bringen würden.


BlackRock wurde in diesem Zusammenhang durch die Schauspielerin Susan Sarandon als fürchterliche Einheit der Vereinigten Staaten von Amerika bezeichnet, die unsere Bürger aussauge.


Gegen Blackrock wurde nicht das erste Mal demonstriert - mal bekommen sie Vorwürfe, dass sie in umweltzerstörende Projekte investieren, genauso werden sie in den Zusammenhang mit der Rentenreform in Frankreich gebracht, weil sie wohl daran profitieren und die Regierung dazu drängen - genauso gibt es einige kritische Bücher zu der wachsenden Macht von Blackrock wie beispielsweise:

Heike Buchter - "Blackrock, eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld" oder

Jens Berger - "Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen?"

Schaut in diesem Zusammenhang auf meiner Website "www.dieaktionaerin.de" vorbei - hier gibt es ein schönes Bücherregal mit empfohlenen Büchern zu zahlreichen Bereichen.



Genauso sollte man Blackrocks Position im Hinblick auf die Krise sehen.

Die Fed beauftragt Blackrock kurz nach Beginn der Krise als Broker für Käufe etwa von ETFs auf Anleihen, die wiederum Blackrock selbst auf den Markt gebracht hat.

ETFs sind im Anleihebereich immer wichtiger geworden, der Kreditmarkt basiert immer mehr auf Derivaten – deshalb hat die Fed diesen erstaunlichen Schritt getan und mitgeteilt, dass sie auch Unternehmensanleihe-ETFs kaufen wird. ETFs waren also ein Ansatzpunkt für die Fed, den Anleihemarkt zu stabilisieren. Und das war natürlich extrem wichtig für Blackrock, nachdem zwischenzeitlich in der Panik viele Anleger ihr Geld aus diesen Anleihe-ETFs abgezogen hatten.

Blackrock wird damit weiter immer mächtiger – sie ist auch für die Fed unverzichtbar aufgrund ihres know-hows - vor allem im Bereich Risikobewertung.

Einige bezeichnen dieses Verhalten als Notenbanken-Sozialismus, da hier Unternehmen Geld zur Verfügung gestellt wird von Stellen, die selbst Geld drucken. Das ist genau das Gegenteil eines fairen und freien Marktes.


Zurückzuführen auf die Streiks der betroffenen Mitarbeiter sehen wir, dass die Menschen noch weiter dahinter blicken und erkennen, wer ihre Unternehmen wirklich steuert und die Macht hat ihre Bedingungen zu erfüllen. Dabei protestieren sie nicht vor ihrem Arbeitgeber, sondern vor Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt, der die Mehrheit der größten Unternehmen als großer Anteilseigner inne hat und dadurch auch einen riesen Einfluss auf die jeweiligen Unternehmen hat.

Hierbei treffen Algorithmen die gewinnbringendsten Entscheidungen für das Unternehmen - wodurch die Mitarbeiter vollkommen recht haben, dass sie hier zuerst um eine Veränderung fordern müssen.




Der Beitrag "Menschen gehen gegen Blackrock vor" - Wirtschaft