geplante Obsoleszenz und die Menschen akzeptieren es

Obsoleszenz ist in der Wirtschaft und insbesondere in der Industrie das Veralten von Produkten.

Wird dieser Prozess durch die Hersteller aus marktstrategischen Gründen bewusst herbeigeführt, spricht man von geplanter Obsoleszenz.

Das Wort Obsoleszenz steht für „sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren“ (lateinisch - obsolescere).


Bei der geplanten Obsoleszenz werden drei Haupterscheinungsformen unterschieden:

  • Vermarktung von unsorgfältig und billig gemachten Produkten, die schnell verschleißen und schwer zu warten bzw. zu reparieren sind (qualitative Obsoleszenz)

  • Vermarktung von Produkten mit schnell wechselnden Eigenschaften, bei denen jede Neuauflage mit einem Appeal von modischer Aktualität daherkommt (psychologische Obsoleszenz)

  • Vermarktung von Produkten mit schnell wechselnden Eigenschaften, bei denen jede Neuauflage funktionale bzw. technische Verbesserungen bringt (funktionelle/technologische Obsoleszenz)

Nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 schlug der US-amerikanische Immobilienmakler Bernard London vor, dass man Produkte nur mit einer befristeten Gebrauchserlaubnis verkauft und sie anschließend zerstört. Dadurch müssten die Menschen ständig neue Waren kaufen und die Wirtschaft würde permanent angekurbelt werden.


Noch in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren erschien der Begriff „geplante Obsoleszenz“ in den Vereinigten Staaten fast ausschließlich im Kontext der Automobilindustrie. Nach der Weltwirtschaftskrise hatten die Autohersteller begonnen, jedes Jahr neue Modelle auf den Markt zu bringen; Ziel war es, die Konsumenten unter psychologischen Druck zu setzen, ihre eigentlich noch voll funktionstüchtigen Fahrzeuge regelmäßig durch das jeweils aktuelle Modell zu ersetzen.


Aggressive Marketingprogramme zur Erzeugung der Konsumgier wurde entwickelt.

Zusätzlich wurden zahlreiche Produkte bewusst minderwertig geplant, damit sie ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr funktionieren. Dieser Zeitpunkt ließ sich im Laufe der Zeit immer besser steuern.


Der amerikanische Schriftsteller und Drehbuchautor Arthur Miller schrieb in einem Drama:

„Einmal im Leben möchte ich etwas richtig besitzen, bevor es kaputt ist. Immer ist es bei mir ein Rennen gegen den Schrottplatz. Gerade erst bin ich mit den Zahlungen fürs Auto fertig und schon pfeift es aus dem letzten Loch. Sie machen das absichtlich. Sie timen das so, dass es verschlissen ist, sobald du die letzte Rate bezahlt hast!“


Das sind viel genutzte Strategien, die damals bis heute angewendet werden, um die Nachfrage oben zu halten.

Das wahre Problem ist jedoch, dass die Menschen es akzeptiert haben und es inzwischen als "Normalität" zählt. Aber sollte es normal sein, dass unsere Waren und Güter ständig ersetzt werden müssen, obwohl wir das Wissen und die Möglichkeiten hätten es ein Leben lang nutzbar machen zu lassen?


Die Folgen, die sich aus einem solchen Verhalten ergeben, sind jedoch nicht nur auf den Geldbeutel des Konsumenten begrenzt.

Durch die Wegwerfgesellschaft, zu der wir uns haben formen lassen, leidet die gesamte Umwelt.

Berge von Plastik, Metall und anderen Schrott, der irgendwo gelagert werden muss.

Riesige Autofriedhöfe, auf denen sogar neue Autos stehen, damit die Unternehmen scheinbar mehr Umsätze machen und mehr Arbeitskräfte benötigen, die Autos herstellen, die auf diesen Friedhöfen landen.

Chemikalien, die bei Produktionen und Entsorgungen in den Böden und Gewässern landen.

Luftverschmutzungen, die durch die permanente Produktion von Gütern, die niemand brauchen müsste, entsteht.

Dazu kommen Leid, Hunger, Armut und Elend von Lebewesen, die unter den Bedingungen unserer industriellen Welt leiden müssen.


Das alles nur, weil die Mehrheit der Menschen es einfach geschehen lassen.


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