FED Mitglied packt aus und rechnet mit Immobilienkrise

Wir sehen seit dem Beginn der Krise im Jahr 2020 starke wirtschaftliche Einbrüche und Veränderungen am Finanzmarkt. Die Wirtschaft wurde heruntergefahren, zahlreiche Menschen sind arbeitslos geworden und eine noch lockerere Geldpolitik startete. Menschen und Unternehmen werden mit Geldern wie in den USA mit Helikoptergeldern versorgt.

Billiges Geld landet auf dem Finanzmarkt und treibt die Anlagepreise nach oben.



Der Chef der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (FED) Jerome Powell sieht jedoch keine starke Inflation kommen, keine verheerenden Auswirkungen durch das massive Geldgedrucke und ignoriert jegliche Warnungen.

Er sieht auch keine Risiken durch das derzeitige Verhalten der FED für den Immobilienmarkt.

Sollten sie jedoch kommen, dann werden sie eine überschießende Inflation eindämmen.

ABER zunächst soll das Übersteigen des Inflationsziel für einige Zeit toleriert werden - ohne geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Wie lange die Fed ein Übersteigen zu tolerieren bereit sei, wollte er aber nicht näher spezifizieren.

Daher werden die Leitzinsen zwischen nahe null und 0,25 Prozent gehalten und ihr Anleihekaufprogramm im Umfang von mindestens 120 Milliarden Dollar im Monat fortgesetzt.

Als Begründung für eine anhaltend lockere Geldpolitik steht weiterhin die Verbesserung am Arbeitsmarkt - sie wollen sich jedoch auf keine bestimmte Arbeitslosenquote festlegen und meinen, dass es bis 2023 noch nicht der Fall sein wird.


Robert Kaplan (Notenbanker der FED):

Robert Steven Kaplan ist Präsident und CEO der Federal Reserve Bank von Dallas und hat sich zum aktuellen Geschehen und Verhalten der FED positioniert.

Wir haben es hier mit Exzessen zu tun und diese müssen bald aufhören. Wir müssen als Notenbank etwas dagegen tun. Es gebe „Exzesse“ und „Ungleichgewichte“ an den Märkten, die kaum mehr einzufangen seien.

Wir sollten darüber sprechen, dass wir bald mit den Anleihenkäufen aufhören. Er ist für den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik.

Wir haben riesige Exzesse am Immobilienmarkt, die zu einer Finanzkrise wie der von 2008 führen könnten.



Wie erkennt man Immobilienblase?

Gehälter steigen relativ wenig und die Immobilienpreise steigen extrem. Das bedeutet die Menschen können es sich nur durch Kredite und sehr hohe Hebel leisten (kaum Eigenkapital).

Hierbei muss man zusätzlich beachten, dass viele Menschen momentan arbeitslos sind und ihr Geld von der Regierung erhalten.

Beispielsweise ist das Einkommen der Bevölkerung in den USA durchschnittlich um 21% von März auf April gestiegen, wovon über 34% Einkünfte durch Helikoptergelder waren.

Der momentane Vergleich zeigt eine Differenz, die zuletzt so hoch war kurz vor dem Platzen der Immobilienblase der letzten Finanzkrise 2008.

Wie ist dieser Trend damals verlaufen?

Die Preise der Immobilien sind wieder gefallen, sodass die Immobilien weniger wert wurden. Dadurch sinkt die Sicherheit der Bank, die die Immobilie als Sicherheit im Gegenzug zur Kreditvergabe hält.

Nachdem die Banken nach weiteren Sicherheiten verlangen und derjenige keine hat, muss die Immobilie verkauft werden bevor eine Zwangsversteigerung droht.

Dadurch kommen mehr und mehr Immobilien auf den Markt wodurch die Preise immer weiter fallen.


Zusätzlich sehen wir das Fortschreiten einer verstärkten Inflation beim Bauholz. Manche Unternehmen sprechen von einem Preisanstieg von über 300%.

Auch das treibt die Preise beim Immobiliensektor nach oben.


Viele Unternehmen sprechen trotz der hohen Arbeitslosigkeit von Arbeitskräftemangel. Es stehen zu wenig Menschen mit der richtigen Qualifikation zur Verfügung und diejenigen, die zur Verfügung stehen, haben es sich ihrer Meinung nach in der Kurzarbeitergeldzone bequem gemacht und wollen keine Veränderung.

Sie werben mit Prämien und höheren Löhnen, sodass die Produktpreise am Ende noch teurer werden müssen, um die Kosten auszugleichen.



Großinvestoren bereiten sich vor

Laut Umfragen der Banken bereiten sich zahlreiche Großinvestoren auf eine Bremse der Geldflut und eine starke Inflation vor. Sie planen den Ausstieg aus den Anleihenkäufen. Sie investieren bereits vermehrt in Cash Fonds anstatt in Aktien.


Der Aktienindex Willshire 5000, in dem alle börsennotierten Unternehmen der USA gelistet sind, zeigt uns die Inflation am Aktienmarkt auf:


Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs verdoppelt.

Das liegt nicht an der hervorragenden wirtschaftlichen Leistung, sondern am billigen Geld. Unternehmen, Hedgefonds, Banken und weitere bedienen sich am Geld und spekulieren am Aktienmarkt. Zusätzlich kommen noch zahlreiche Privatanleger hinzu, deren Stimmung wie vor zahlreichen Krisen sehr optimistisch sind.


Wir sehen, dass sich die Richtung der Gelddruckorgie ´nicht ändert.

Wir sehen, dass sich Großinvestoren vorbereiten.

Wir sehen, dass Staaten, Zentralbanken und Banken sich mit Gold eindecken.

Wir sehen zahlreiche Parallelen zu vorherigen Krisen.


Was steht uns also bevor?

Hat Jerome Powell recht und es wird sich nichts im Bereich Inflation bewegen?

Treffen die großen Haie in unserem System unrelevante Vorsichtsmaßnahmen?

Wird der Privatanleger diesmal wirklich der Gewinner sein?


Schreibe mir doch deine Antwort in einem Kommentar.



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