Die Bio-Lüge und die Ratingagenturen

Im 20. Jahrhundert wurde mehr und mehr die Ernährung und das Bewusstsein miteinander verknüpft. Es entstanden Ernährungslehren, die die Menschen befolgten.

In den 1970er Jahren entstanden in Westdeutschland die ersten Bioläden in Berlin, Hamburg und Münster.



Der Fokus sollte dabei auf "gering verarbeiteten Lebensmitteln" und weitestgehend "Chemie- und Pestizidfreie" Nahrung liegen. Das hat natürlich seinen Preis.

Die meisten Menschen gehen durch die zahlreichen Richtlinien, Vorschriften und Werbung davon aus, dass sie viel Geld für gute Nahrungsmittel zahlen.

Nun ist meine Frage - Ist das denn so?


Um die Antwort dieser Frage besser verstehen zu können, müssen wir uns ein anderes Beispiel in unserem System anschauen, wo das Prinzip genauso läuft - aber sich offizieller abspielt als die BIO Industrie.


Die Ratingagenturen

Ratingagenturen sind private Unternehmen, die gewerbsmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Staaten und deren untergeordneten Gebietskörperschaften, Unternehmen, Finanzinstrumenten, Finanzprodukten und Forderungen bewerten. Der Vorgang der Bonitätseinstufung sowie das Resultat desselben wird Rating genannt.

Das Ergebnis ist dann ein offiziell anerkannter Ratingcode wie beispielsweise AAA (triple A) für eine sehr gute Bewertung oder ein C oder D für eine schlechte Bewertung.

Zu den bekanntesten Ratingagenturen - den so genannten großen Drei - gehören Moody´s, Fitch und Standard&Poor´s.

Soweit so gut - aber wie läuft eine solche Bewertung ab?

Ein Beispielsfall:

Eine Bank geht zu einer Ratingagentur und möchte ihr Finanzprodukt (z.B. ihre Kreditausfallversicherung) mit einem AAA bewerten lassen.

Diese Bank bezahlt ihr Rating selbst. Das bedeutet entweder gibt die Ratingagentur ihnen das gewünschte Rating oder sie sind ehrlich und geben es ihnen nicht. Wenn sie es ihnen nicht geben, dass geht die Bank zur Konkurrenz. Die Frage ist, wie verfährt ein privates Unternehmen, das nur ihrem eigenen Unternehmen und dessen Profit verantwortlich ist?



Was hat dieses Prinzip nun mit unserem Anfangsthema - der Bioindustrie - zu tun?

Voraussetzung für die Nutzung des Bio-Siegels ist eine Zertifizierung des Unternehmens gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau.

Die Bio-Zertifizierung muss der Betrieb selbst tragen.

Wenn man sich nun die Lebensmittel mit der Zertifizierung betrachtet, dann erkennt man, dass sie teilweise von weit außerhalb der EU kommen.

Das bedeutet, dass dieses Siegel nur bedeutet, dass der Anbau zertifiziert ist.

Wer hätte es gedacht, aber auch hier herrscht ein Interessenskonflikt. Die Zertifizierungsunternehmen und Kontrollstellen sind private Stellen, die die Betriebe prüfen und kontrollieren. Gleichzeitig sind diese Betriebe die Kunden der Zertifizierungsunternehmen, da die Betriebe für ihre Zertifizierung zahlen. Der finanzielle Druck, dass die Betriebe zur konkurrierenden Zertifizierungsstelle gehen, ist groß und wird häufig dem Druck seine Arbeit gewissenhaft zu erledigen, übergeordnet.

Diese privaten Unternehmen, wovon es derzeit über 55 Stück gibt, sollten von der EU kontrolliert werden - was jedoch mangels Zeit sehr selten oder in manchen Staaten gar nicht geschieht.

Das bedeutet, dass die größten Zertifizierungsunternehmen, die den meisten Erfolg verbuchen, den geringsten Standard haben.

Wenn die Bauern zum richtigen Zeitpunkt spritzen, wird es auch bei den Kontrollen wie beispielsweise in Deutschland, nicht mehr nachweisbar - hierzu gehören Pestizide mit geringer Lebensdauer, die anschließend im Labor nicht mehr nachgewiesen werden - jedoch verwendet wurden. Diese können nur noch im Boden und bei der Pflanze selbst verfolgt werden - bei bestimmten Nachforschungen wie beispielsweise bei "Das Erste" wurde genau solcher Pestizideinsatz nachgewiesen - nur ändern wird das nichts.


Einerseits schlecht für die Gesundheit, andererseits schlecht für den Geldbeutel, denn die Bio Industrie ist ein lukratives Milliardengeschäft.

Aber der wichtigste Inhalt in diesem Beitrag sollte sein, dass man immer seinen eigenen Kopf einschalten muss und bestimmte Dinge selbst prüfen muss bevor man sie glaubt.


Die ersten Gedanken in meinem Kopf gegenüber der Bio-Kultur waren:

- Warum sehen die Bio Produkte so perfekt aus und meine eigenen angebauten oder die meiner Großeltern so ungleichmäßig?

- Wenn die Produkte um einen hohen Prozentsatz teurer sind, entsteht hierbei nicht ein viel profitableres Geschäft? Und könnte dies nicht spätestens im Ausland ausgenutzt werden?



Und das hat sich auch bestätigt.

Ich möchte nicht alle Landwirte unter einen Kamm scheren - jedoch sollte man sich besser informieren, welche Produkte wirklich diesen Normen entsprechen - bevor man ganz sicher vorgibt "nur die besten Bio Produkte zu konsumieren".



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