Deutschland geht gegen Kryptos vor!

Nach dem Bundesfinanzministerium ist bald Schluss mit der Anonymität von Kryptos.



Das Bundesfinanzministerium hat nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der umfassende Auskünfte von Transaktionsbeteiligten fordert. Sender und Empfänger von Kryptowährungen werden in Zukunft keinesfalls anonym bleiben.


Anonymität und Transparenz sind zwei Kerneigenschaften von Krypto-Transaktionen (auch wenn das etwas widersprüchlich klingt). Per Blockchain lassen sich alle Überweisungen lückenlos zurückverfolgen, während sich die Netzwerk-Teilnehmer durch eine Wallet-Adresse anonym halten.

Diese Transparenz soll nun dazu dienen die Anonymität zu untergraben.


Die Begründung hierbei ist der Kampf gegen die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung.


Die Kryptowerte Transfer Verordnung des Bundesministeriums für Finanzen sieht folgendes vor:

"Das Bundesministerium der Finanzen beabsichtigt im Verordnungswege anzuordnen, dass die Beteiligten bei der Übertragung von Kryptowerten Informationen über Auftraggeber und Begünstigten übermitteln, damit – wie bei Geldüberweisungen – die Transaktionen auch in Bezug auf die Berechtigten nachverfolgt werden können, um den Missbrauch für Zwecke der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Durch diese Datenübermittlung werden neben der Rückverfolgbarkeit der Transaktionsbeteiligten auch die Überprüfung auf von Sanktionen betroffene Personen und eine stärker risikoorientierte Vorgehensweise der beteiligten Dienstleister ermöglicht. Der Vorschlag dient der Umsetzung der Standards der Financial Action Task Force (Empfehlung 15 – Auslegungsnote 7b, sog.“travel rule” für Kryptowerte)."



Die Financial Action Task Force (on Money Laundering) ist die Bezeichnung für die internationale Institution, die Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Finanzierung von Massenvernichtungswaffen setzt und ihre Einhaltung (rechtliche Umsetzung und effektive Anwendung) durch die Mitgliedsstaaten prüft. Mehr als 200 Staaten und Jurisdiktionen haben sich zur Einhaltung der FATF-Standards verpflichtet, weshalb sich die FATF als international führendes Gremium zur Bekämpfung der Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus und Proliferation versteht.


Normalerweise gilt das für übliche Überweisungen bereits und soll nun auf den Kryptobereich genauso angewendet werden.

Dadurch werden die Daten von Sender und Empfänger gespeichert und kontrolliert.


Dienstleister müssen sicherstellen, “dass Namen und Anschrift der Transaktionsbeteiligten ermittelt und gespeichert werden”. Sie müssen zudem sicherstellen, dass “der ermittelte Name und die Anschrift jeweils zutreffend sind”.

Sehr schwierig wird das ihnen wohl nicht fallen, denn jeder Wallet wurde irgendwann von einer Person registriert.


Im Entwurf erläutern sie folgendes Problem:

"Die Anonymität ist eines der Hauptrisiken von Kryptowerten für den Missbrauch für kriminelle und terroristische Zwecke. Ein potenziell höheres Risiko der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung besteht aufgrund der fehlenden Zuordnung von Kryptowertetransfers zu den transaktionsbeteiligten Inhabern, anders als dies bei Geldtransfers der Fall ist."


Der Entwurf schätzt die Kosten für den Mehraufwand auf 157.000 Euro. Hierbei soll vermutlich der Verwaltungsapparat ausgebaut werden, damit die jetzigen Hindernisse bei der Krypto-Kontrolle aus dem Weg geräumt werden.


Die Verordnung dürfte dem Entwurf nach, erst bis Ende 2023 evaluiert und in ein entsprechendes Gesetz gegossen werden. Zumindest “soweit nicht bis dahin eine vergleichbare Regelung der Europäischen Union in Kraft getreten ist”.



Das heißt nicht nur Länder wie China oder Türkei gehen gegen den anonymen Krypto vor, sondern nun auch ganz Europa.

Dieses "Problem", das sie hier bezeichnen, lässt sich spätestens durch die digitale Zentralbankwährung beseitigen. Denn hierbei können beispielsweise durch einen entsprechenden Code keine Kryptos mehr erworben werden.


Das bedeutet der anonyme Krypto-Handel dürfte (wenn das Gesetz beschlossen wird) nur noch funktionieren, wenn man an einem Automaten seine Kryptos auszahlen lässt und seine Geschäfte bar mit einem anderen Menschen vornimmt.

Aber auch das Bargeld befindet sich auf dem absterbendem Ast, da auch hier die Geldwäsche als Grund genommen wird.


Wer denkt, dass das Ziel der Regierungen jemals die Bewahrung der Anonymität sein sollte, der irrt sich gewaltig.


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