Der Digitale Euro rückt näher - Weg mit dem Bargeld?!

Verabschieden wir uns bald vom Bargeld und begrüßen den neuen digitalen Euro?

Dieser Frage wollen wir in unserem heutigen Thema nachgehen.


Bevor wir darauf näher eingehen, schauen wir uns doch einmal an - wie weit sind andere Länder?

Die Zentralbank der Bahamas hat im letzten Jahr bekanntgegeben, dass die staatliche virtuelle Währung "Sand Dollar" nun landesweit verfügbar sei.

Laut einem Facebook-Post vom 20. Oktober 2020 von Project Sand Dollar wurde die digitale Währung der Zentralbank (CBDC) für alle 393.000 Einwohner der Bahamas ab etwa 22:00 Uhr UTC verfügbar gemacht. Damit sind die Bahamas das erste Land der Welt, das offiziell eine CBDC eingeführt hat.



Sand-Dollar-Überweisungen können über das Handy getätigt werden. Im Jahr 2017 haben etwa 90 Prozent der Bevölkerung auf den Bahamas ein Handy.

Laut der Sand Dollar-Webseite können die Einwohner auf den Bahamas die digitale Währung bei jedem Händler "mit einer von der Zentralbank genehmigten e-Wallet auf ihrem Mobilgerät" verwenden. Die Transaktionsgebühren seien dabei "vernachlässigbar".


In China läuft derzeit ein Pilotprogramm für den digitalen Yuan. Dazu gab es ein Werbegeschenk in Höhe von 1,5 Mio. US-Dollar.


Kambodschas digitale Währung "Bakong" soll nach dem Pilottest, der seit Juli 2019 läuft, in den kommenden Monaten offiziell herauskommen.


Die russische Zentralbank wird bis Ende 2021 den Prototyp einer CBDC präsentieren.

Dieser digitale Rubel soll bisherige Zahlungsmittel nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Im Jahr 2022 könnten erste Tests der CBCD erfolgen.



Wie sieht es nun bei unserer europäischen Zentralbank aus?

Der EZB Direktor Fabio Panetta, der stark an der lockeren Geldpolitik festhält, berichtet, dass sich der digitale Euro noch in der Vorarbeit befindet und die flächendeckende Einführung nach seiner Meinung etwa um die 5 Jahre hinziehen wird.

Das liegt jedoch nicht an der technischen Möglichkeit, sondern man muss es langsam einführen, da es starke gesellschaftliche Auswirkungen hat.

Vor der Einführung soll es aber wie in China Testprojekte geben. Hierzu stellt sich beispielsweise Niederlande oder Schweden zur Verfügung, deren Bevölkerung keinen zu hohen Stellenwert für Bargeld hat.


Bei uns sensibilisieren bereits die Medien das zukünftige Vorhaben.

Der digitale Euro wird mit dem Bargeld verglichen und auf eine "Sicherheitsstufe" gestellt.

Durch die bezeichnete Pandemie wurde Bargeld nach öffentlicher Meinung mit Viren in Verbindung gebracht und nun ungern gesehen. Zusätzlich wurde das kontaktlose Zahlen (auch per Handy) immer beliebter und vorangetrieben. Stolz verkünden zahlreiche Medien, dass auch Kleinstbeträge mehr und mehr mit digitalen Zahlungsweisen akzeptiert werden.

Laut einer EHI Studie gab es im Jahr 2020 eine Milliarde Bargeld - Transaktionen weniger.


Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu:

"Der digitale Euro rückt immer näher. (...) Zum klassischen Cash aus Metall und Baumwollpapier soll sich in der nahen Zukunft das "digitale Bargeld" gesellen. Der Begriff wirft sofort Fragen auf, denn die Menschen nutzen seit Jahrzehnten die Überweisungsträger ihrer Banken und setzen EC-Karte, Kreditkarte sowie Paypal ein, um Rechnungen zu begleichen. All das sind digitale Zahlungen - aber nicht mit digitalem Bargeld.(...) In unserem Finanzsystem gibt es nämlich zwei Arten von Geld - für das eine stehen die Geschäftsbanken gerade, für das andere die Zentralbanken. (...) Geschäftsbanken können pleitegehen, Zentralbanken nicht. (...) Erst wenn Menschen ihr Geld in bar am Bankomaten abheben, verwandeln sie dieses unsichere Bankengeld in sicheres Zentralbankgeld."



Das bedeutet dieser Artikel stellt das klassische Bargeld, das anonym ist und nicht überwacht werden kann, mit dem digitalen Euro gleich. Gleichzeitig wird die derzeitige Form mittels Kartenzahlung schlecht geredet.


Des weiteren steht über die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit im Artikel:

"In der digitalen Welt ist vieles programmierbar, die Einrichtung eines Wertablaufdatums für einen Geldbetrag wäre beispielsweise kein Problem. Dann wären Verbraucher praktisch gezwungen, ihr Bargeld umgehend auszugeben, damit es von einem hohen Strafzins nicht aufgezehrt wird. Auch die Zweckbindung eines "digitalen Bargeldscheins" ist technisch denkbar: Das Geld könnte je nach Programmierung beispielsweise nur für Mineralwasser, aber nicht für Alkohol ausgegeben werden. Die Zahlungen der Bürger mit digitalem Bargeld sind - anders als die mit Geldscheinen aus Papier - für die Behörden leicht zu verfolgen. Die Polizeibehörden profitieren, die Privatsphäre der Bürger würde leiden. Autoritäre Herrschaftssysteme könnten mit der Digitalisierung des Bargelds ihren Überwachungsstaat stärken. China liegt bei der Entwicklung des digitalen Yuan vorne."


Wenn wir uns diese Textpassage näher betrachten, dann sehen wir, dass Punkte wie der Wegfall an Anonymität, die Verfolgbarkeit, die Zweckbindung, die Überwachung und die Kontrollmöglichkeit zwar angesprochen werden - aber mit der Tatsache abgespeist werden, dass es nur für autoritäre Herrschaftssysteme wie China von Vorteil wäre und bei uns nicht so schlimm wäre.



Nun ist die Frage, nachdem wir gesehen haben, wozu zahlreiche Regierungen fähig sind, ob diese ganzen Nachteile wirklich nur für die Bevölkerung in China nachteilig wäre oder für uns alle?

Und die nächste Frage wäre - welche Vorteile erhoffen sich die Menschen, indem sie Bargeld aufgeben und einer Monopolstellung der Zentralbank zustimmen?



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