Das Spiel der CO2 Zertifikate

DU kannst dir bald nichts mehr leisten!!


Die Bundesregierung weitete die CO2-Bepreisung auf die Bereiche Verkehr und Gebäude aus. Das soll laut Aussagen zukünftig auch EU weit gelten!

Kann sich der Normalverdiener bald nichts mehr leisten?



Herzstück des Klimaschutzprogramms ist die neue CO2-Bepreisung für Verkehr und Wärme ab 2021. So wie es im Rahmen des europäischen Emissionshandels bereits für die Energiewirtschaft und die energieintensive Industrie gilt, wird CO2 nun auch in den Bereichen Verkehr und Gebäude einen Preis bekommen.

Ab 2021 startete ein Festpreissystem für CO2 - ab Januar 2021 auf zunächst 25 Euro je Tonne, danach steigt der Preis schrittweise bis zu 55 Euro bis zum Jahr 2025 an. Für das Jahr 2026 soll ein Preiskorridor von mindestens 55 und höchstens 65 Euro gelten.

Dabei werden Zertifikate an die Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, verkauft. Die Kosten für die Zertifikate trägt dann der Brenn- und Kraftstoffhandel: Wenn Unternehmen Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel verkaufen, benötigen sie für jede Tonne CO2, die die Stoffe im Verbrauch verursachen werden, ein Zertifikat als Verschmutzungsrecht.

Ein CO2-Zertifikat berechtigt dazu, innerhalb einer bestimmten Periode eine Tonne Kohlendioxid zu produzieren. Am Ende des festgelegten Zeitraums muss das Unternehmen nachweisen, dass seine gesamten Emissionen durch Zertifikate abgedeckt sind.


Wer wird die zusätzlichen Kosten für die Zertifikate tragen? Die Kosten eines Unternehmens spiegeln sich im Preis für die Kunden wieder - d.h. das Unternehmen erwirbt Zertifikate und macht weiter wie bisher und die Kunden zahlen mehr.


Was bisher in den Bereichen Industrie und Energiewirtschaft eingeführt wurde, wurde seit 01.01.2021 auf die Bereiche Verkehr und Gebäude ausgeweitet.

Ziel ist die Änderung der Automobilbranche und die Eigentümer dazu zu bringen ihre Immobilien zu sanieren.



Hier heißt es von Frank Hettler von Zukunft Altbau:

"Heizungen auf Basis fossiler Energien werden künftig durch die CO2-Steuer im Betrieb deutlich teurer, vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden. Die neue CO2-Bepreisung ist ein Grund mehr für eine energetische Sanierung."

Das bedeutet zahlreiche zusätzliche Kosten.


Die EU plant diese Maßnahmen nun in ganz Europa einzuführen:


Aus einer Präsentation von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen beim EU-Gipfel am 24. Mai geht hervor, dass das neue Preissystem für Kohlendioxid in den Bereichen Verkehr und Gebäude in ganz Europa erwägt wird.

Ein Emissionshandel für die Sektoren Gebäude und Verkehrs existiert bisher nur auf nationaler Ebene.

Von der Leyens Vorstoß soll Bestandteil des für Juli angekündigten EU-Klimaschutzpaketes werden, das aus zwölf Gesetzen bestehen wird.


Umweltverbände haben sich bereits gegen den europaweiten Emissionshandel in den Sektoren Verkehr und Gebäude ausgesprochen. Sie fürchten zu hohe Kosten in finanziell schwächeren Staaten und zu geringe Klimaschutzanreize in reicheren Staaten.



Wird dieser Einwand herangezogen und die reicheren Länder mit noch höheren Abgaben und die ärmeren Länder mit geringeren Abgaben versehen?

Das wird sich wohl im neuen EU Klimaschutzpaket entscheiden.


Wie wirken sich diese neuen Maßnahmen auf den Spekulationsmarkt aus:


An der Leipziger Strombörse (EEX) herrscht Goldgräberstimmung. Der Preis für CO2-Emissionsrechte der EU stieg am Spotmarkt kürzlich auf 52 Euro je Tonne.

Seit Anfang April legte der CO2-Preis an der EEX um zehn Euro je Tonne zu.


Die Strombörse in Leipzig ist so etwas wie das Ebay für CO2-Emissionsrechte. Denn die EEX organisiert die Versteigerung der Verschmutzungsrechte für 25 Mitgliedsstaaten der EU. Unternehmen, die mit den zuvor vom Staat verteilten Emissionsrechten nicht auskommen, müssen hier mitsteigern. Pro Woche finden an der EEX drei Auktionen statt. Je knapper das Angebot für den jeweiligen Zeitraum ist, desto höher ist der Preis. Der Spotmarkt ist der Zweitmarkt für Emissionsrechte, an dem sich Unternehmen kurzfristig eindecken können.


Zuletzt hätten vor allem professionelle Anleger den Preis getrieben, sagt die Bank Unicredit in London. So sei das Volumen von Kaufoptionen auf CO2-Emissionsrechte deutlich gestiegen. In London sitzen viele Hedgefonds, die sich auf Energie-Wetten spezialisiert haben. Dazu gehört auch der französische Fonds Andurand Capital Management. Dessen Gründer Pierre Andurand hält sogar einen CO2-Preis von 100 Euro je Tonne für möglich.


Die aktuelle Rally war zum großen Teil geplant. Denn der EU ist es gelungen, CO2-Verschmutzungsrechte so knapp zu halten, dass Unternehmen gezwungen sind, in großem Ausmaß zuzukaufen.



Der für den Klimaschutz zuständige EU-Kommissar Frans Timmermanns sagte kürzlich, dass der CO2-Preis deutlich höher sein muss als aktuell, um die Klimaziele der EU für 2030 zu erreichen. Und er hat sich dagegen ausgesprochen, dass die EU in den Emissionshandel eingreift - obwohl sie das bisher in zahlreicher Form getan haben.


Börsenprofis wie Hedgefonds haben den Zeitenwechsel am CO2-Markt erkannt und zocken jetzt munter mit. Das treibt den Börsenpreis für CO2 zusätzlich nach oben.

Was bedeutet das nun wieder für die Bevölkerung? - Je teurer die Zertifikate, desto teurer der Endpreis.

In Zukunft sollen Autofahren, Heizen oder zahlreiche weitere Energie-Aktivitäten nicht mehr attraktiv sein.



Der Beitrag "Das Spiel der CO2 Zertifikate" - Wirtschaft