Cyberangriff - Abschaltung der größten Benzinpipeline

Das Unternehmen Colonial Pipeline gibt an, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein.

Die 5.500 Meilen (rund 8850 Kilometer) lange Colonial Pipeline, die größte Pipeline für raffinierte Produkte in den USA, stoppte den Transit, da das Unternehmen gezwungen war, bestimmte Systeme offline zu schalten, um die Bedrohung einzudämmen, die vorübergehend alle Pipeline-Operationen eingestellt hat.



Die Pipeline transportiert täglich mehr als 2,5 Millionen Barrel Kraftstoff (und zwar überwiegend Benzin, Diesel und Heizöl), um den Energiebedarf der Verbraucher von Houston, Texas, zum New Yorker Hafen zu decken.

Sie stellt 45 % der gesamten Kraftstoffversorgung der Ostküste dar. Das Unternehmen beliefert mehr als 50 Millionen Amerikaner - zu den Abnehmern gehöre auch das US-Militär.


Die Preise für Raffinerieprodukte sind in den Südstaaten bereits gefallen, weil sich die Lager füllen und nicht weitertransportiert werden können.

Gleichzeitig wird befürchtet, dass die Benzinpreise in den großen Städten wie New York, Boston oder Washington in den nächsten Tagen drastisch steigen könnten, wenn die Pipelines länger geschlossen bleiben.


Das letzte Mal, dass die Linien von Colonial erheblich stillgelegt wurden, war während des Hurrikans Harvey im Jahr 2017, bei dem die Benzinpreise an der Golfküste auf ein Fünfjahreshoch und Diesel auf ein Vierjahreshoch stiegen.


Berichten zufolge haben sich bereits Bundesbehörden und Strafverfolgungsbehörden beteiligt, zusammen mit einer von Colonial beauftragten externen Sicherheitsfirma.

Die Washington Post berichtete, dass bei dem Angriff Ransomware verwendet wurde. Es sei nicht klar, ob der Angriff von Hackern ausländischer Regierungen oder einer kriminellen Gruppe durchgeführt wurde. Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Hacker normalerweise die Computerdateien eines Unternehmens und verlangen dann eine Lösegeldzahlung, um die Daten freizuschalten.



Obwohl es kaum Schuldige oder mutmaßliche Personen oder Organisationen gibt, die den Angriff zu diesem frühen Zeitpunkt der Untersuchung durchgeführt haben könnten, wird es die Biden Regierung nicht tolerieren.


Reiht sich dieser Cyberangriff auch noch in die Reihe der in letzter Zeit zahlreich auftretenden Angriffen? Und werden die Russen wieder dafür zur Verantwortung gezogen?


Gar nicht lange her beschuldigten Beamte der Wasseraufbereitung, dass ein Hacker versuchte die Wasserversorgung zu vergiften, da er die Natriumhydroxidwerte in Oldsmar (Florida) erhöhte.


Zusätzlich ereignete sich erst vor kurzem der Hackerangriff auf das US-amerikanische Unternehmen Solarwind, das sich auf Netzmanagement Software spezialisiert, die auch von den amerikanischen Behörden verwendet werden und nun ein weiterer Angriff auf eine Pipeline?

Wie ich bereits zahlreich erwähnt habe, gibt es in der Zeit ein Phantom der Angst, dass geschaffen wird.

Angst vor Krieg, vor Terror, vor Krankheit, vor Pandemie, vor Klima und nun gehen wir zur Angst vor Cyberangriffen über.



Der US-amerikanische Präsident Joe Biden hat bereits vor seinem Amtseintritt verkündet, dass er gegen Cyberangriffe vorgehen werde und auch die Cyber Polygon, eine Trainingsveranstaltung gegen Hackerangriffe, wird immer aktueller in den öffentlichen Medien diskutiert.

Wird wieder eine neue Angst gesät oder ist hierbei etwas Wahres dran?


Was es uns zumindest zeigen sollte ist, dass wenn wir uns in jeglichen Bereichen von einem funktionierenden digitalen System abhängig machen und kaum mehr Dinge selbst beeinflussen können - dann kann es auch genauso schnell weg sein.

Autos, die selber fahren.

Häuser, die sich selbst bedienen.

Geldzahlungen, die nur digital funktionieren.

Selbstfahrende Züge.

Selbstorganisierende Pipelines und Wasserversorgungen.

Eine digitale Identität.

Das alles und vieles mehr sollte einem zu denken geben, wie hoch das Vertrauen wirklich sein sollte.



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